6. Februar 2008
Das Hamburger Arbeitsgericht verurteilte die Diakonie Hamburg, weil sie eine Muslima als Bewerberin abgelehnt hatte, zu einer Entschädigung nach dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz.
Die Meldung (z. B. hier und hier) hat zwei Seiten, die extreme und die relativierende. Beginnen wir mit der relativierenden: Die ausgeschriebene Stelle als „Integrationslotse für Migranten“ hat keinerlei unmittelbaren Religionsbezug, oder, wie das Arbeitsgericht urteilte, gehört zum „verkündungsfernen Bereich“. Sie wird zu allem Überfluß mit Mitteln des Bundes und der EU fremdfinanziert, und diese Finanzierung kam mit der ausdrücklichen Empfehlung, keine Einschränkung des Bewerberkreises zu machen. Jetzt kommt dennoch die extreme Sichtweise: Kirche, und damit die Diakonie ist ein religiös motiviertes Werk, sie hat ein verfassungsmäßiges Selbstbestimmungsrecht. Und zu diesem Selbstbestimmungsrecht gehört es, muß es gehören, daß sie entscheidet, in welchen Bereichen sie Religionsbezug sieht. Wenn uns das ein Richter vorschreiben kann, der selbst vielleicht kein Christ ist, mag der als nächstes entscheiden, eine KiTa-Erzieherin gehöre ja zum verkündungsfernen Bereich – ein Beispiel, das wir ganz anders sehen, denn wir denken, daß in der frühen Betreuung unsere Kinder an aktiv gelebtes Christentum herangeführt werden sollen.
Es ist ein klarer Fall von „es bleibt schwierig“, das vorliegende Beispiel ist auf den zweiten Blick lange nicht so extrem wie auf den ersten, aber doch ein erster Schritt wie ich finde in eine falsche Richtung, in Richtung auf zu viel verlangte Gleichbehandlung. Eine muslimische Gemeindeschwester und ein Hebammerich gehen eben gar nicht.
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Verfasst von presbyter
12. Oktober 2007
In unserem Stadtteil soll eine marokkanische Moschee eingerichtet werden. Soweit wir das bis jetzt einschätzen können, ist das eine friedliche Nachbargemeinde, vor der wir uns nicht fürchten, sondern mit denen wir auf eine gute Nachbarschaft hoffen.
Das sehen aber nicht alle so, und so war ich heute entsetzt, festzustellen, daß die rechtsextreme DVU an die Autos auf unserem Hof Flugblätter gesteckt hatte. Außerdem war unser Schaukasten mit einem Aufkleber entstellt, der dem Revisionismus huldigte, den Holocaust habe es nie gegeben. Gern hätte ich mich mit dem Verursacher über Hausrecht unterhalten, aber unser Parkplatz wird nicht bewacht, das war bisher nicht nötig.
Das ist die Art Nachbarschaft, vor der ich mich eher fürchte, dankeschön.
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Verfasst von presbyter
30. August 2007
Ich fang’ dann mal ganz von vorn an. Also: Ich bin der Presbyter. Ich sitze seit der letzten Wahl, 2004, im Presbyterium einer mittelgroßen Gemeinde (auf dem Papier) in einer Großstadt im Westen der Republik. Wir haben zwei Gottesdienststätten, zwei Pfarrstellen, stehen vor einer Gemeindefusion. Ich bin Baukirchmeister. Ich werde also unweigerlich etwas über marode Gebäudestruktur aus den 60er Jahren zu jammern haben.
Ich werde dieses Blog anonym führen, weil es mir mehr Möglichkeiten gibt, ungeschminkt über Dinge zu reden. Das heißt nicht, daß ich vorhabe, fortwährend über alles herzuziehen. Es gibt sicher auch viel Nettes aus dem Presbyteralltag zu berichten. Wir werden sehen.
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Verfasst von presbyter