Art. 48 KO

3. November 2010

…oder was würden andere Presbyter sagen, wenn sie eine Szene wie diese erlebten? Ein Mitglied des Presbyteriums, das sich als einer von Zweien in seiner Grundhaltung gegen den Rest der Gruppe stellt, steht in der Gemeindeversammlung auf und beginnt, als “Advocatus diaboli” dem berichtenden Vorsitzenden bohrende Fragen zu stellen.

Ich finde, in einem Presbyterium läßt sich trefflich streiten. Solange alle an demselben Strang ziehen, die Geschicke der Gemeinde zum Guten zu lenken (es sind derzeit vor allem finanzielle Geschicke, und das Gute ist das mittelfristige Erreichen eines ausgeglichenen Haushalts, ehe unsere Ressourcen aufgezehrt sind), darf man absolut verschiedener Meinung über den Weg dorthin sein. Aber ich habe ein Presbyterium bis jetzt als Konkordanz kennengelernt, ähnlich dem Schweizer Modell, d. h. intern darf man streiten, wenn aber hinterher einmal ein Beschluß gefaßt wurde, wird er von allen gemeinsam getragen. Und deshalb finde ich, daß es genau gar nicht geht, daß in der öffentlichen Gemeindeversammlung ein Presbyter sich gegen das Presbyterium erhebt.

Und deshalb Artikel 48 (1) Kirchenordnung:

Der Kreissynodalvorstand kann einer Presbyterin oder einem Presybter wegen Pflichtwidrigkeit eine Mahnung oder einen Verweis erteilen; bei grober Pflichtwidrigkeit kann er die Entlassung beschließen. Er hat zuvor das Presbyterium und das betroffene Mitglied zu hören.

Nicht, weil ich den Herrn loswerden will, meine obige Vorstellung von Presbyteriumsarbeit erlaubt es durchaus, Beschlüsse mit einfacher Mehrheit zu fassen. Sondern weil wir mit unseren Kräften so weit am Ende sind, daß wir es uns nicht erlauben können, gespalten zu werden.


Der Presbyter ist zurück

2. November 2010

Zwei Jahre hat dieses Blog geruht. Es gab doch so viele andere Dinge im Leben, so viele andere Blogs usw.

Jetzt aber ist der Presbyter zurück, denn er hat zu bloggen. Anonymität ist jetzt leider wichtiger denn je. Presbyteriale Interna aus einer Gemeinde dürfen in der Gemeinde nicht öffentlich werden, doch einiges an Wut, Frust, Trauer hat sich aufgestaut. Es braucht ein Ventil, es muß raus. Deshalb darf nicht raus, wer ich bin und wo ich blogge.


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