Neonazis auf dem Hof

12. Oktober 2007

In unserem Stadtteil soll eine marokkanische Moschee eingerichtet werden. Soweit wir das bis jetzt einschätzen können, ist das eine friedliche Nachbargemeinde, vor der wir uns nicht fürchten, sondern mit denen wir auf eine gute Nachbarschaft hoffen.

Das sehen aber nicht alle so, und so war ich heute entsetzt, festzustellen, daß die rechtsextreme DVU an die Autos auf unserem Hof Flugblätter gesteckt hatte. Außerdem war unser Schaukasten mit einem Aufkleber entstellt, der dem Revisionismus huldigte, den Holocaust habe es nie gegeben. Gern hätte ich mich mit dem Verursacher über Hausrecht unterhalten, aber unser Parkplatz wird nicht bewacht, das war bisher nicht nötig.

Das ist die Art Nachbarschaft, vor der ich mich eher fürchte, dankeschön.


Michel

31. August 2007

Bestimmt kommt die Frage bald, deswegen beantworte ich sie ungestellt: Das da oben ist St. Michaelis oder der Michel, eine der fünf Hauptkirchen Hamburgs. Und nein, das ist nicht die „Großstadt im Westen“, in der meine Gemeinde liegt. Hätte ich nun wirklich „Norden“ genannt, so gut kenne ich meinen Kompass… Außerdem hat man da kein Presbyterium, sondern einen Kirchenvorstand.


Hier blogt der Presbyter

30. August 2007

Ich fang’ dann mal ganz von vorn an. Also: Ich bin der Presbyter. Ich sitze seit der letzten Wahl, 2004, im Presbyterium einer mittelgroßen Gemeinde (auf dem Papier) in einer Großstadt im Westen der Republik. Wir haben zwei Gottesdienststätten, zwei Pfarrstellen, stehen vor einer Gemeindefusion. Ich bin Baukirchmeister. Ich werde also unweigerlich etwas über marode Gebäudestruktur aus den 60er Jahren zu jammern haben.

Ich werde dieses Blog anonym führen, weil es mir mehr Möglichkeiten gibt, ungeschminkt über Dinge zu reden. Das heißt nicht, daß ich vorhabe, fortwährend über alles herzuziehen. Es gibt sicher auch viel Nettes aus dem Presbyteralltag zu berichten. Wir werden sehen.